Jugendliche machen Politik

Deutschlands ältester Jugendgemeinderat hat elf neue Mitglieder aufgenommen. Bei der vorerst letzten Sitzung im Jahr wurden die neuen 2691595_2_article660x420_B994438648Z.1_20151204140541_000_GC93QKIML.2-0Räte vorgestellt und Organisatorisches mit Blick auf 2016 geklärt. Insgesamt zählt der Weingartener Jugendgemeinderat 42 Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren. Dass die Schüler nicht nur Politik spielen, sondern Realpolitik machen, zeigt sich am Vertrauen der Stadt gegenüber den Jugendlichen. 6000 Euro aus dem Jugendfond „Demokratie leben!“ verwaltet der Jugendgemeinderat jährlich. Das Bundesprogramm sieht das Geld für Projekte von Kindern und Jugendlichen vor.

Oberbürgermeister Markus Ewald äußerte die Hoffnung, einige der Jugendgemeinderäte später wieder im Gemeinderat der Stadt antreffen zu dürfen: „Der Gemeinderat sollte das ganze Spektrum einer Gemeinde abbilden.“ Für die nächsten drei Jahre übernehmen mitunter die elf neu gewählten Jugendräte ihre Pflichten. Sie hatten sich gegen insgesamt 16 Bewerber durchgesetzt. Unter ihnen auch Bassam Kheir und Oliver Amann.

Neue Räte stellen sich vor

Der 13-jährige Oliver Amann hat sich für die Wahl aufgestellt, weil er sich generell für Politik interessiert: „Einen Lieblingspolitiker habe ich allerdings nicht. Mir ist wichtig, dass der Skaterpark renoviert wird und dann auch noch so Kleinigkeiten wie die Sauberkeit in den Schultoiletten.“ Alle achten Klassen in Weingarten haben das Recht, die Jugendgemeinderäte zu wählen. Bassam Kheir glaubt die Wahl gewonnen zu haben, weil er so gut reden kann. „Außerdem kennt man mich in den achten Klassen“, sagt der 14-jährige Realschüler. Er möchte im Jugendgemeinderat die Interessen seiner Mitschüler vertreten: „Die Klos bei uns an der Schule sind echt ekelig, und auch der Schulhof ist hässlich, da müsste dringend was an der Gestaltung und den Sitzmöglichkeiten gemacht werden“, sagt Bassam.

Um ihre Forderungen durchzusetzen, haben die beiden Schüler jetzt drei Jahre Zeit, danach können sie sich für eine Wiederwahl aufstellen. Die 17-jährige Nina Kohler hat sich nach drei Jahren im Jugendgemeinderat dazu entschlossen, um eine Amtszeit zu verlängern. Der Jugendgemeinderat stimmte einstimmig zu. „Ich finde es spannend, was man im Jugendgemeinderat erfährt, das erfährt man sonst eher nicht“, sagt Nina. Für sie ist es wichtig, mit anderen Mitgliedern ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen für sich zu sammeln. „Wer sich immer nur beschwert und nichts macht, der kann auch nichts verändern“, sagt sie.

Anders als im Gemeinderat der Erwachsenen laufen die Sitzungen im Jugendgemeinderat meist harmonisch ab. Nicht Parteizugehörigkeiten, sondern vorrangig das Interesse der Schülerschaft ist ausschlaggebend für Entscheidungen.

„Wir hatten noch nie wirkliche Konflikte oder waren gespalten – am Ende sind wir immer einer Meinung“, sagt Elira Halili. Die 16-Jährige ist im dritten Jahr ihrer Amtszeit und denkt nicht daran aufzuhören: „Ich will auf jeden Fall weitermachen, in der Stadt hat man wirklich die Chance etwas durchzusetzen, wenn man dahintersteht.“

Quelle: http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Jugendliche-machen-Politik-_arid,10354078_toid,541.html

Posted on 6. Dezember 2015 in Allgemein

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